Das baubiologische Niedrigenergiehaus
Was das Niedrigenergiehaus im allgemeinen auszeichnet: Im Unterschied zum Passivhaus verzichtet ein Niedrigenergiehaus nicht auf ein separates Heiz- bzw. Klimatisierungssystem, verbraucht allerdings mit 30 bis 70 kWh/m2 nur etwa halb so viel Heizenergie im Jahr wie ein nach Wärmeschutzverordnung (WSVO 95) errichtetes Gebäude.

Wärmeverluste vermeiden und Strahlungswärme schaffen: Was für eine Passivhaus-Konstruktion gilt, gilt in etwa auch für ein Niedrigenergiehaus: eine Wärmedämmung von 26 – 40 cm (abhängig von der Wärmeleitfähigkeit des Baustoffs), die Vermeidung von Wärmebrücken, Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung, passive Solargewinne über Südfenster und die Luftdichtheit (Winddichtigkeit) sorgen für ein angenehmes Wohngefühl und geringe Heizkosten. Im Idealfall wird Warmwasser über eine Solaranlage erzeugt, als Heizkessel für die Zentralheizung haben sich Brennwertkessel (Pellets, Gas oder Stückholz) bewährt. Niedertemperatur-Wärmeverteiler (möglichst großflächig: Fußbodenheizung, Wandheizung) sorgen für angenehme Strahlungswärme.
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Der baubiologische Niedrigenergiehaus-Wandaufbau setzt nicht nur auf möglichst nachwachsende Rohstoffe (neutrale oder positive CO2-Bilanz) und umweltfreundliche Herstellung (niedriger Primärenergieinhalt; PEI) sondern auch auf diffussionsoffene Materialien, wobei der (Wasserdampf)- Diffusionswiderstand der einzelnen Schichten nach außen abnehmen sollte (das ist heute auch allgemeine Bauphysik). Diese Anforderungen können heute am besten im Holzständerbau realisiert werden.
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Ein baubiologisch idealer Niedrigenergiehaus-Wandaufbau von innen nach außen (entspricht dem Passivhaus-Wandaufbau):
1,5 – 2 cm Lehmputz
5 cm Heraklith BM oder Weichfaserplatte (System Emoton)
2,1 cm OSB-Platte (oder Strohbauplatte) winddicht verklebt
26 – 36 cm Strohballen-Dämmung (oder Zellulose) zw. Holzständern
2,2 cm Rauschalung oder diffusionsoffene Platte (Agepan o.ä.)
3 – 5 cm Heraklith BM als Putzträger
1,5 – 2 cm Trassitkalkputz oder hinterlüftete Holzfassade
Dieser Wandaufbau hat einen U-Wert von 0,07 – 0,08 W/m2K (abhängig von der Dämmstärke), erfüllt zugleich alle Anforderungen an den Brandschutz (F90), ist mehrfach überprüft und zertifiziert (siehe Haus der Zukunft-Tests), hat einen guten Schalldämmwert, ist wohngesund (keine bedenklichen Materialien) und hat einen sehr geringen PEI (Primärenergieinhalt). Preislich ist das System nicht teurer als andere NEH-Wandsysteme, zudem stellen Vorfertigung (in der Zimmerei) und Transport kein Problem dar. Durch Eigenleistungen (z.B. Innenausbau: Befüllen mit Strohballen, beplanken, winddicht verkleben, Installationsebene montieren, verputzen, ausmalen,...) können die Kosten nach Bedarf weiter gesenkt werden.
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