Strohballenhaus / Passivhaus in Seitenstetten, NÖ
Ökologische Materialien (kein PU-Schaum, kunststofffreier Wandaufbau...): Holz, Strohballen, Lehmputze, Hanf, Schafwolle
Fotos: Andreas Laaber, Thomas Wimmer
Fertigstellung: 2008
Wohnnutzfläche: 195 m²
Energiekennzahl: 14,99 kWh/m²a
U-Wert Außenwand: 0,10 W/m²K
U-Wert Kellerdecke/Boden: 0,20 W/m²K
Baukosten: Euro 1400,–/m²
Architekt: Ing. Ernst M. Jordan MAS
Holzbau: Erwin Bruckner GmbH

Konstruktionsaufbau Wand:
Lehmputz 2,5 bis 4 cm
Fichtenlattung 2,4 cm
Strohdämmung 46 cm
Fichtenlattung 2,4 cm
Lehmputz 2 cm
Hinterlüftung 4,5 cm
Lärchenschalung 5 cm
Anm.: "Wir haben ja auf Kunststofffolien verzichtet und stattdessen wie im Bürogebäude von Natur&Lehm ein Hanfvlies verwendet. Meine Info dazu, nämlich dass dies mit Lehm geschlämmt luftdicht wäre, stimmt aber leider nicht. Wir sind nun auf einem Blower-Door-Wert von 1,6, weil wir über der abgehängten Decke nicht mit Lehm verputzt haben. Für die Landes-Förderung ist das ziemlich dumm..."
Konstruktionsaufbau Dach:
Lehmputz 2,5 bis 4 cm
Fichtenlattung 2,4 cm
Strohdämmung 46 cm
Fichtenlattung 2,4 cm
Diffutex 0,2 cm
Hinterlüftung 10 cm
Fichtenlattung 3 cm
EPDM-Folie
Gründachaufbau 8 cm












Anmerkung des Bauherrn Mag. Andreas Laaber: Die Idee, ein Passivhaus aus Nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo) zu bauen, insbesondere mit Stroh zu dämmen und auf bisher übliche Kunststoff-Folien sowie PS-Produkte und PU-Schaum zu verzichten, begleitete das Projekt von Anfang an. Ing. Ernst Jordan war bereit, uns dabei zu unterstützen und stand uns mit seinem bisherigen Know-How optimal zur Verfügung. Dennoch war es für alle beteiligten ein Experiment, das jedoch zu einem sehr guten Ende geführt hat.
In 3 Wochen hatten wir mit bis zu 10 selbst gestellten Arbeitskräften (Männer und Frauen!) sowie zwei Zimmerern in einer Halle unsere Wandelemente zusammengebaut und mit Stroh (insg. ca. 17 Tonnen) gedämmt. Die Stimmung dabei war sehr gut, denn solange nicht ein Stapler fuhr oder die Motorsäge in Betrieb genommen wurde, war die „Baustelle“ ruhig. Nichts klebte, stank... und alles war problemlos zu entsorgen (kompostierbar, brennbar...).
Es war nicht immer einfach, sich über die „Standards“ der Baubranche hinwegzusetzen, v.a. was den Einsatz von PU-Schaum betrifft. Aber es fand sich immer (!) eine Alternative, die oft einfacher war, als es zuerst ausgesehen hatte.
Das Ergebnis ist ein Haus mit bester Lebens- und Raumqualität, wie uns viele BesucherInnen von sich aus bestätigt haben. Dieses wäre ohne den Einsatz vieler freiwilliger HelferInnen und vieler kompetenter Handwerker in dieser Form nur schwer möglich gewesen, weshalb ich mich hier bei ihnen herzlich bedanken möchte. Abgesehen von technischen Details würden meine Frau und ich wieder so bauen und bereuen in keiner Weise unseren Entschluss, schon gar nicht jetzt, wo wir hier wohnen dürfen.