Zertifikate & Tests zum Strohballenbau
Das Projekt "Haus der Zukunft"
Wirtschaftsbezogene Grundlagenforschung im Rahmen des Impulsprogrammes "Nachhaltig Wirtschaften", Haus
der Zukunft
Ausschreibung: bm:vit (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie)
Projekt: Wandsystem aus nachwachsenden Rohstoffen
Überprüfung der technischen Eigenschaften eines Holzständer-Wandsystems
mit Stroh-Dämmung zur Herstellung bauökologischer Niedrigenergiehäuser.
Einreicher: GrAT
Gruppe Angepaßte Technologie, TU Wien
Projektpartner: asbn Österreichisches Strohballen-Netzwerk
Bauphysik: IBO (Österr. Institut für Baubiologie und Bauökologie)
Materialüberprüfungen: MA39 Versuchs- und Forschungsanstalt, Wien
Projektbeginn: Jänner 2000, Projektende: Oktober 2000
Wärmeleitfähigkeit nach ÖNORM
Strohballen unterschiedlicher Dichte wurden im Rahmen dieses Projekts von der MA39 Versuchs und Forschungsanstalt in Wien der ÖNORM gemäß getestet. Die Resultate:
MA39 Test |
Konfig./Stärke |
Dichte kg/m3 |
rel. Feuchte |
lWert |
Rechen-wert |
Hesto |
Weizenstroh 12,6 cm |
90 |
Ausgleichsfeuchte* |
0,0369 |
0,0443 |
Hesto |
Weizenstroh 11,3 cm |
100 |
Ausgleichsfeuchte* |
0,0340 |
0,0408 |
Hesto |
Weizenstroh 10,3 cm |
110 |
Ausgleichsfeuchte* |
0,0337 |
0,0404 |
*Ausgleichsfeuchte* = gemäß ÖNORM in Trockenkammer gelagert
Wärmeleitfähigkeit nach ISO
Um den europäischen Normen zu entsprechen, wurden weitere Wärmeleitfähigkeitsuntersuchungen unter EU-Norm-Bedingungen durchgeführt. Auch diese Werte liegen trotz geringerer Dichte unter den amerikanischen Ballen. Mit den Messungen wurde die hohe wärmedämmtechnische Performance der Strohballen bestätigt:
Weizenstrohballen: Rohdichte: 90 kg/m3, lambda 10 trocken= 0,0380
W/mK
Weizenstrohballen: Rohdichte: 90 kg/m3, lambda 20 trocken= 0,0394 W/mK
Weizenstrohballen: Rohdichte: 90 kg/m3, lambda 30 trocken= 0,0408 W/mK
Da EU-weit der lambda10 trocken-Wert inkl. 20% Feuchtezuschlag als Referenzwert anzugeben ist, gilt für Weizen (Getreide-) Strohballen mit einem Raumgewicht von 90 kg/m3 (Durchschnittsdichte kleine Ballen):
![]()
![]()
Die Wärmeleitfähigkeit von Strohballen liegt damit exakt im Bereich anderer Nachwachsender Rohstoffe wie Schilfrohr, Flachsmatten, Korkplatten, Kokosmatten, Schafwolle aber auch Zellulose und vielen Massendämmstoffen. Durch diese guten Dämmeigenschaften des Materials Strohballen erreichen (verputzte) Außenwände bei einer Dämmstoff-Stärke von 35 cm und Gesamtstärke von 42 cm (inkl. Putzträger und Verputz) einen U-(k)Wert von 0,12 W/m2K. Eine solche Konstruktion ist bereits Passivhausstandard (kleiner als 0,15 W/m2K). Da in den meisten Passivhaus-Wandaufbauten neben speziellen (wärmebrücken-optimierten) Holzständern auch Weichfaserplatten (Emoton-System) und/oder Heraklith-BM-Platten als Putzträger verwendet werden, verbessert sich dieser U-Wert noch leicht.
U-Wert-Berechnung |
1 Dicke |
Lambda (W/mK) |
1/Lambda |
Wärmeübergang innen |
|
|
0,17 inkl. Konstr. |
Lehmputz/Putzträger |
0,025 |
0,80 |
0,031 |
Holzlattung |
0,02 |
0,13 |
0,15 |
Strohballen (stehend) |
0,35 |
0,045 |
7,777 |
Holzlattung |
0,02 |
0,13 |
0,15 |
Kalkputz/Putzträger |
0,025 |
0,87 |
0,02 |
Wärmeübergang außen |
|
|
0,17 |
Summe |
|
|
8,349 |
|
1 / 8,349: U = 0,12 W/m2K |
|||
Haus der Zukunft Brandtests nach ÖNORM
Damit ein Baustoff aus brandschutztechnischer Sicht in eine Aussenwand eingebaut werden darf, muß dieser mindestens die Anforderungen der Baustoffklasse B2 (normal entflammbar") erfüllen. In unseren in der MA39 Versuchs und Forschungsanstalt nach ÖNORM durchgeführten Tests wurde dieses Resultat ohne Schwierigkeiten erreicht. Und zwar sowohl für unbehandeltes, nicht imprägniertes Weizenstroh mit einer Rohdichte von 90 wie auch von 150 kg/m3.
Auch die Betrachtung einer Wand als Bauteil kann zur Beurteilung der Feuerbeständigkeit herangezogen werden. Bei verputzten oder mit F30-Bauplatten verschalten Strohballenwänden ist die F30-Brandsicherheit der tragenden Konstruktion bereits durch die Stärke des Verputzes bzw. der Gips-(faser-)Platten (mindestens 1,5 cm = F30) gewährleistet. Während im herkömmlichen Einfamilienhausbau (Österreich mit Ausnahme von Wien) üblicherweise die Feuerbeständigkeit von F30 ausreicht, gelten für einige Bauteile beinahe generell Ausnahmen: Für Garagen- oder Haustrennwände sowie bei WohnhausAussenwänden, die direkt an der Grundstücksgrenze liegen muss in den meisten Bundesländern Österreichs der gesamte Bauteil überprüfterweise eine Feuerbeständigkeit von F90 ergeben. Die Bauteilüberprüfung im Rahmen dieses Projekts (siehe Galerie) ergab bei einer beidseitig verputzten Strohballenwand (innen: 2 cm Lehmputz, außen: 2 cm Kalkputz, jeweils auf Schilfputzträger) F90 (90 min Brandwiderstand).
Damit steht dem Einsatz von Strohballen als Wärmedämmstoff in Holzständerwänden nichts im Wege.
![]()
Zertifikate: Brandwiderstand, Wärmedämmleitwert
B2-Zertifikat (normal brennbar) der MA39/Wien,
F90-Zertifikat eines Bauteils (Aussenwand) der MA39/Wien
Wärmedämmleitwert-Überprüfung:
Zertifikat der MA39/Wien
Zum Vergleich
der Wärmeleitfähigkeitstest in Deutschland im Auftrag der FASBA lieferte ähnliche
Ergebnisse
Der komplette Projektbericht Haus der Zukunft:
Wandsystem aus Nachwachsenden Rohstoffen die Strohballenwand mit
allen Projektergebnissen zu Brandwiderstand, Brennbarkeit, Wärmedämmleitwert,
bauphysikalischen Berechnungen und einer Beschreibung des mobilen Prüflabors.
PDF-Dokument für Acrobat Reader, deutsch mit kurzer engl. Zusammenfassung > download (1,7 MB)
![]()




























_1.jpg)

































_646.jpg)













